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| Ludwigskirche Saarbrücken, Friedrich-Joachim Stengel, Ludwigsplatz, Saarland |
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Ludwigskirche SaarbrückenDie Ludwigskirche in Alt-Saarbrücken ist eine evangelische Kirche im Barockstil. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und gilt neben der Dresdner Frauenkirche und dem Hamburger „Michel“ als einer der bedeutendsten evangelischen barocken Kirchenbauten Deutschlands.
![]() Bild1: Frontansicht Geschichte
In den Jahren 1885–1887 und 1906–1911 führte man Restaurierungsarbeiten durch. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Ludwigskirche schwer beschädigt: Nach dem Bombenangriff vom 5. Oktober 1944 blieben nur noch die Umfassungsmauern erhalten. Der Wiederaufbau begann 1949, ist aber bis heute noch nicht abgeschlossen. Ein wesentlicher Faktor für diese lange Verzögerung war der von den 1950er bis in die 1970er Jahre mit großer Heftigkeit ausgetragene Streit, ob beim Wiederaufbau auch der vollständig verlorene barocke Innenraum rekonstruiert werden sollte. Zunächst hatte man sich auf eine Wiederherstellung der Außenhülle mit einer modernen Innenraumkonzeption verständigt, diesen Plan aber schließlich wieder aufgegeben. Zur Zeit (2009) fehlen im Innern noch der sogenannte Fürstenstuhl (das fürstliche Gestühl, das sich auf der der Orgel gegenüber liegenden Empore befand), und außen noch einige der Balustraden-Figuren. Gestaltung![]() Bild 3: Karyatide
Das Innere der Kirche ist mit ornamentalem Stuck (Kartuschen, Rocaille) dekoriert. In allen vier Kreuzarmen befinden sich Emporen, die jeweils von zwei bzw. vier Karyatiden getragen werden. Der Fußboden ist aus Sandstein.
Das besondere an der Innengestaltung ist einerseits die insgesamt in die Breite gerichtete Anordnung der ganzen Kirche (man spricht von einer sogenannten „Breitsaalkirche“) und darin wiederum die gestufte Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel übereinander (ein sogenannter „Kanzelaltar“) - eine für eine lutherische Kirche eher ungewöhnliche Anordnung, die aber von Stengel schon in etlichen anderen Bauten in früheren Jahren realisiert worden war. ![]() Bild 4: Orgelempore und Predigtkanzel Umstritten ist zur Zeit noch die Wiederherstellung des ursprünglichen weißen Außenanstriches - dieser hat bis 1945 nachweislich bestanden und wäre auch für die Einpassung der Kirche in den Platz bedeutungsvoll, ist aber vielen Einwohnern in den vergangenen Jahrzehnten fremd geworden. Ludwigsplatz
Der die Kirche umgebende Platz, der Ludwigsplatz, war von Anfang an ein integraler Teil der Stengelschen Gesamtkonzeption. Der ursprüngliche Plan sah einen langgestreckten rechteckigen Platz vor, an dessen Langseiten vier verschieden gestaltete Typen von adeligen Stadtpalais' platziert werden sollten und dessen Stirnseiten von zwei großen öffentlichen Gebäuden abgeschlossen werden sollten. Dieses Konzept wurde noch während der Bauzeit dahingehend geändert, dass das nach Osten weisende Gebäude (in dem das Ludwigsgymnasium untergebracht war) zugunsten der Sichtachse nach St. Johann (der sogenannten „Stengelachse“, heute durch die Wilhelm-Heinrich-Straße markiert) durchbrochen wurde und nur das westliche Gebäude erhalten blieb (das damalige Waisenhaus, heute Sitz der Hochschule der Bildenden Künste Saar). Die Reste des Gymnasiums, die beim großen Bombenangriff 1944 schwer beschädigt wurden, wurden 1945 abgerissen, sie standen ungefähr an der Stelle, die heute das obere Plateau der Freitreppe ausmacht. Von den Palais' der Längsseiten wurden die vier kleinsten, für die Ecken des Platzes vorgesehenen Bauten nie ausgeführt - wodurch es möglich war, zwischen Waisenhaus und Kirche eine Straße verlaufen zu lassen, die den Platzeindruck ebenso schmälert wie der zum Teil noch vorhandene Baumbestand. Im Gegensatz dazu ist der Platz, der heute von der Staatskanzlei eingenommen wird, von Stengel bewusst frei gelassen worden, um die Sichtverbindung zum Ludwigsberg herzustellen.
![]() Bild 5: Planskizze der ursprünglich vorgesehenen Bebauung für den Ludwigsplatz Sonstiges1965 wurde die Ludwigskirche in der Briefmarkenserie Hauptstädte der Länder der Bundesrepublik Deutschland abgebildet. Als Wahrzeichen der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken wird die Ludwigskirche 2009 auf einer 2-Euro-Gedenkmünze geprägt. In fremdsprachigen Reiseführern wird die Ludwigskirche oft als „église St. Louis“ oder „St. Louis church“ deklariert. Sie ist aber (z. B. im Gegensatz zur katholischen Kirche St. Ludwig in Saarlouis) nicht Ludwig dem Heiligen geweiht, sondern eben nach ihrem Vollender benannt.
Literatur
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