Strasse der Skulpturen, St. Wendel, Saarland, Skulpturenweg, Leo Kornbrust Drucken E-Mail

Strasse der Skulpturen

 

Wolfgang Kubach und Anna Kubach-Wilmsen, Endsäule 1971
Bild1: Wolfgang Kubach und Anna Kubach-Wilmsen, Endsäule 1971

Die Straße der Skulpturen liegt im nordöstlichen Saarland und führt von St. Wendel bis zum Bostalsee. Der Skulpturenweg wurde von dem aus St. Wendel stammenden Bildhauer Leo Kornbrust im Jahre 1971 initiiert. Gewidmet ist er dem von den Nationalsozialisten ermordeten deutsch-jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich, der in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die Idee zu einer völkerverbindenden Straße der Skulpturen hatte. Diese Straße der Brüderlichkeit und menschlichen Solidarität sollte von Paris nach Moskau führen.

Horizontale Entfaltung
Bild 2: Horizontale Entfaltung
Seit dem Jahre 1971 wurden entlang eines circa 25 km langen Teilstücks des Saarland-Rundwanderweges insgesamt 57 Skulpturen von 51 Künstlern aus 12 Ländern geschaffen und aufgestellt. Am Anfang stand das Internationale Bildhauersymposion auf der Höhe bei Baltersweiler in den Jahren 1971/72. Dieses Symposion wurde in die Skulpturenstraße einbezogen, an der von 1977 bis 1988 gearbeitet wurde. Die Strecke wurde während des trilateralen Bildhauersymposions 1993 erweitert. Zwischen 1996 und 2001 kamen fünf weitere Skulpturen hinzu. Als derzeit letztes Kunstwerk wurde am 12.Juni 2008 die Stahl-Skulptur Im Wind von Robert Schad an der Abzweigung Elsenbach der Landstraße St. Wendel - Baltersweiler aufgestellt.

Entwicklung des Projektes

Bildhauersymposion 1971/72

Im Sommer des Jahres 1971 fand drei Monate lang auf der Höhe bei Baltersweiler das erste saarländische Bildhauersymposion statt. In diesem Jahr beteiligten sich neben Leo Kornbrust insgesamt 11 Künstler aus vier Ländern, darunter Karl Prantl, der Initiator und Begründer des weltweit ersten Bildhauersymposions von Sankt Margarethen im Burgenland. Im folgenden Jahr wurde die Aktion mit drei weiteren Künstlern fortgesetzt. Insgesamt wurden 14 Steine von 15 Künstlern aus sechs Ländern bearbeitet. Damit war zunächst das „Internationale Steinbildhauer-Symposion St. Wendel“ abgeschlossen.

Erweiterung 1977–88

Wolkenstein
Bild 3: Wolkenstein
In den Jahren 1974–75 wurde der Saarland-Rundwanderweg neu angelegt, der über das Gelände des Symposions bei Baltersweiler führt. In diesem Zusammenhang entstand die Idee einer „Straße der Skulpturen“. Als Auftakt entstanden im Jahre 1977 zwei Skulpturen, der „Fischkopf“ des Künstlers Han van Wetering und der „Große Fuß“ des Bildhauers Yoshimi Hashimoto. Offiziell eröffneten im Jahre 1979 die beiden Bildhauer Franz Xaver Ölzant und Leo Kornbrust mit ihren Arbeiten die eigentliche Skulpturenstraße. Weitere Arbeiten anderer Künstler folgten. Im Jahre 1988 wurde die Straße mit der Fertigstellung der Arbeit von Dorothee von Windheim abgeschlossen. Bis dahin hatten insgesamt 35 Künstler aus 10 Ländern ihre Arbeiten aufgestellt. Sie schufen zusammen 38 Skulpturen verschiedener künstlerischer Ausprägung.

Bildhauersymposion 1993

Im Jahre 1993 beauftragte die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste in Bonn Leo Kornbrust mit der Projektleitung eines trilateralen Bildhauersymposions, das im „Grenzland“ Saarland stattfinden sollte. Im Herbst desselben Jahres kamen 15 junge Künstler nach St. Wendel. Neun von ihnen schufen bleibende Arbeiten an der Skulpturenstraße; drei schufen zeitlich begrenzte Projekte in der Landschaft, zwei entschieden sich für ein Museumsprojekt in St. Wendel und eine Künstlerin für eine Konzept-Arbeit, die ebenfalls im Museum präsentiert wurde. Die Skulpturenstraße wurde um 5 km bis zum Peterberg bei Braunshausen erweitert.

Die Jahre 1996–2001

In den Jahren 1996–2001 wurde die Straße um fünf Skulpturen erweitert. Zwei von diesen entstanden in unmittelbarer Auseinandersetzung mit der umgebenden Landschaft: eine Stahlskulptur von James Reineking und der „Wolkenaltar“ von Herbert Wurm. Letzterer war der einzige Bildhauer, der sein Werk vor Ort herstellte. Die restlichen drei Skulpturen wurden in Absprache mit den Künstlern im Stadtgebiet von St. Wendel aufgestellt.

Einbindung in die Straße des Friedens

Liebesthron am Bostalsee
Bild4: Liebesthron am Bostalsee
Mit der Gründung der Otto-Freundlich-Gesellschaft im Jahre 2004 soll unter der Regie von Leo Kornbrust die Idee Freundlichs verwirklicht werden. Durch die Integration anderer Bildhauersymposien und weiterer Skulpturen internationaler Künstler soll eine Straße zwischen der normannischen Küste und Moskau geschaffen werden. Im Jahre 2002 wurde die Straße der Skulpturen mit dem Projekt „Steine an der Grenze“ bei Merzig verbunden; an der Schnittstelle beim Waderner Stadtteil Gehweiler wurde als sichtbares Zeichen der Verbindung jeweils eine Plastik der beiden Initiatoren Paul Schneider und Leo Kornbrust aufgestellt. Weitere Verlängerungen der "Straße des Friedens" in Deutschland sind der „Skulpturenweg Salzgitter-Bad“, das Stahlbildhauersymposion in Dillingen/Saar, die Marmorplastik „Wellen des Lebens“ des Künstlers Jaroslav Vacek in der Europäischen Akademie Otzenhausen und das Bildhauersymposion der Stiftung für Bildhauerei in Berlin. Weitere Teilstrecken existieren in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Polen.

Die Künstler und ihre Werke

 Künstler

 Titel

 Material

 Jahr

Hiromi Akiyama

Rahmen für eine Landschaft

gelber Sandstein

1981

Gerd Ammann

Ohne Titelgelber Sandstein

1981

Ivan AvoscanRéveil - Erwachengelber Sandstein1982
Gabi BejuErinnerung an die Nike von Samothrakegelber Sandstein1972
Franz BernhardSt. Wendeler FigurStahlblech, geschweißt1999
Rinaldo BigiBarca della Vita - Lebensschiffgelber Sandstein1983

Daniel Bräg

Ohne Titelcirca 200 gestapelte Fichten1993, heute verschwunden
Hans-Jürgen BreusteOverkill 1982 - die Kräfte der Steine und die Kräfte, die Steine bersten lassengelber Sandstein, Panzerketten, Stahlplatten, Kanonenrohre1982
Sylvie BussièresFormes végétaux: 4 arbustes, forme feuille, montagneSchiefer1993
Elmar DaucherVerschiebungroter Sandstein1971
Mario DuchesneauOhne Titel45 Mehlbeersträucher1993
Herbert GeorgeOhne Titelroter Sandstein1972
Nikolaus GerhartOhne Titelgelber Sandstein1986
Alfred GörigGanzheit - Verschobengelber Sandstein, Stahlplatte1983
Edgar GutbubDreierbeziehungroter Sandstein, Stahlplatte1984
Nausikaa HackerOhne TitelSandstein, Beton1993
Yoshimi HashimotoGroßer Fußgelber Sandstein1977
Bruno K.Rotdorn - Pfahl im Fleischcirca 250 Jahre altes Eichenholz, Eisenplatten, Blech, Betonsockel1981
Jinmo KangAufbruchBasalt-Lava, Edelstahl1994, aufgestellt 1999
Leo KornbrustHommage a BuñuelBasalt-Lava1971
Leo KornbrustLiebesthrongelber Sandstein1979
Leo KornbrustPyramideBasalt-Lava1988
Wolfgang Kubach und Anna Kubach-WilmsenErdsäuleKrastaler Marmor, Rauchkristall1971
Dieter KunzDreieckBetonguss1993
Samuel La RozeAmeisenhaufenGlaskasten, Eisenstäbe, Zucker1993, heute verschwunden
Diane LandrySt. Wendel und UmgebungEisen, Eisendraht, Wachs, Fotos, Fundstücke, Wolle1993
Patrick Lebret2 Installationen „Avec Titre“Material: 1) Eisen, Teichfolie, Wasser, Goldfische; 2) Eisengerüst, Teichfolie, Motor, Wasser, Farbstoff1993
Alf LechnerBodenobjekt ohne Titel8 cm starkes Stahlblech1985
Ulrike LeitzInformationspfeiler IIISandstein, Silikon, Filmstreifen, Filmdosen, Sand1993
Christian Mayer (Tobin)Verkantetergelber Sandstein1981
Takera NaritaHorizontale Entfaltungroter Sandstein1971
Mathis NeidhartBodengestaltung „Heiligtum“Asphalt, Gesamtlänge circa 33 m1993
Bertrand NeyErwachengelber Sandstein2007
Heinz OliberiusOhne Titelgelber Sandstein1986
Franz Xaver ÖlzantErinnerung an HammurabiBasalt-Lava1971
Franz-Xaver ÖlzantOhne Titel (im Volksmund „Wolkenstein“ genannt)gelber Sandstein1979
Karl PrantlBasaltbankBasalt-Lava1971
James ReinekingOhne Titel40 cm starkes Stahlblech1996
Laurent ReynesOhne TitelHolzpfähle, Schiefer1993, abgebaut 1998
Diane RobertsonOhne TitelEisen, Steine, Schotter1993
Gernot RumpfZum Gedenken an das Grubenunglück in der Schwerspatgrube Eisenroter Sandstein mit Aluminium1971
Adolf RyszkaGrenzstein auf dem Wegroter Sandstein1971
Michel St-OngeFos ne l’en sofHolz, Stein, Autoreifen1993
Robert SchadIm WindStahl2008
Rudi ScheuermannKomposition mit stereometrischen Elementenroter Sandstein1971
Michael SchoenholtzGroße Doppelfigurgelber Sandstein, Betonsockel1984
Martin SchneiderOhne Titelgelber Sandstein1981
Paul SchneiderDurchblick in die Landschaftroter Sandstein1971
Klaus SchwabeFamiliegelber Sandstein1987
Alf SchulerWandstück2 Stahlrohre (Länge je 5 m) und Stahlseil (30 m)1985, abgehängt 1998
Shlomo SelingerRequiem für die Judengelber Sandstein1980
Hans SteinbrennerFigurBasalt-Lava1975
Valérie ThuillierChemin amusé, amusant6 Stahlringe, je 2 m Dm.1993
Hajime TogashiSonnensteinKrastaler Marmor, Rauchkristall1972
Arthur Dieter Trantenroth3 Umfeldveränderungen ohne TitelTombak1988
Arthur Dieter TrantenrothOhne Titelgelber Sandstein, Tombak, Scharniere, blaue Farbe1988
Franck TurpinBodenobjekt ohne Titelgefärbter Beton, Eisenschaniere1993
Han van WeteringFischkopfroter Sandstein1977/78
Dorothee von WindheimOhne Titelgelber Sandstein, Eisen, Glas1987/88
Herbert WurmBliesener Stein - Wolkenaltargelber Sandstein2001

 

 


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