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| Kurfürstliches Palais, Renaissance, Rokoko, Basilika, Trier |
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Seite 1 von 3 Kurfürstliches Palais
Das Kurfürstliche Palais in der Stadt Trier war vom 17. Jahrhundert bis 1794 die Residenz der Trierer Kurfürsten, d. h. der Trierer Erzbischöfe. Der
Nach der Enteignung der Kurfürsten unter Napoleon wurde das Kurfürstliche Palais im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts von französischen und preußischen Truppen als Kaserne genutzt. Heute beherbergt der Bau verschiedene Behörden. Teile des Nordflügels werden von der evangelischen Gemeinde verwendet, Teile des Südflügels dienen repräsentativen Zwecken. Der Palastgarten im Süden des Palais steht seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts als Park der Öffentlichkeit zur Verfügung. Antike FundeGrabungen haben gezeigt, dass die Grundfläche des Kurfürstlichen Palais bereits in der römischen Antike bebaut war. Nur wenige Reste sind noch aus der Zeit vor Konstantin dem Großen erhalten. Unter Konstantin dem Großen wurde das Gelände des Kurfürstlichen Palais mit mehreren Gebäuden des Palastkomplexes bebaut, der um den kaiserlichen Thronsaal (d. h. die Palastaula oder Konstantinbasilika) errichtet wurde. Bei Ausgrabungen wurden in zwei Räumen – im Innenhof des Kurfürstlichen Palais gelegen – römische Mosaike gefunden. Bau und Nutzung unter den Trierer Kurfürsten![]() Bild2: Eingang zu den Räumen der evangelischen Gemeinde im Nordflügel Einige Jahrhunderte später entsprach der Bau nicht mehr den veränderten Bedürfnissen und dem aktuellen Geschmack. Kurfürst Johann VII. von Schönenberg (1581-1599) begann mit der Planung eines Schlosses im Stil der Renaissance. Dazu ließ er um die Basilika Wohnhäuser abreißen, um Raum für den Neubau zu gewinnen. 1615 bis 1676 wurden unter seinem Nachfolger, Kurfürst Lothar von Metternich (1599-1623), im Stil der Spätrenaissance die Arbeiten an einem Schloss begonnen, das nach Petrus, dem Trierer Stadtpatron, den Namen St. Petersburg erhielt. Geplant wurde eine Anlage aus „Hoch-“ und „Niederschloss“: Ein vierflügeliges Hochschloss sollte um einen fast quadratischen Innenhof angelegt werden und die Wohn- und repräsentativen Räume beherbergen. Im Norden sollte sich das Niederschloss mit den Wirtschaftsräumen und einem zweiten Innenhof anschließen. Begonnen wurden die Arbeiten mit dem Hochschloss. Es wurde an und in die Konstantinbasilika gebaut, die zu diesem Zweck teilweise niedergelegt wurde. Ursprünglich war angeblich geplant, den antiken Bau vollständig abzureißen, doch die römische Ziegelbauweise sei so widerstandsfähig gewesen, dass die Durchführung unerwartet teuer geworden sei; daraufhin sei entschieden worden, die Westseite und die Nordapsis der Basilika stehenzulassen und als Außenwände in den Schlossbau zu integrieren. Da der Fußboden des antiken Baus niedriger lag als der Erdboden des 17. Jahrhunderts, brauchten die Ost- und Südwand allerdings nicht vollständig abgetragen zu werden. Die untersten Ziegelschichten wurden stehengelassen (heute wieder in der Basilika sichtbar) und die Fläche wurde aufgeschüttet. Der Westflügel des Schlosses sollte allerdings nur etwa ein Drittel der Breite der Basilika einnehmen. Die übrige Breite würde dem Innenhof des Schlosses zugefügt.
Nach der Grundsteinlegung 1615 wurden bis zum Tode von Metternichs 1623 der Nordflügel vollendet und der Ostflügel begonnen. Erst unter Kurfürst Philipp Christoph von Sötern, von Metternichs Nachfolger, wurde das Schloss fertiggestellt. Außerdem begann der Bau des Niederschlosses. Bereits in den 20er Jahren war im Westen, ebenfalls im Stil der Renaissance, ein Portal begonnen worden. Dann kamen die Bauarbeiten jedoch mehrere Jahre zum Erliegen, als der Kurfürst aus politischen Gründen während des
Der Neubau wurde jedoch nur wenig genutzt. Bereits 1629 hatten die Kurfürsten ihre Residenz aus dem im Dreißigjährigen Krieg unsicher gewordenen Trier nach Koblenz verlegt (siehe Kurtrier: Territoriale Entwicklung).
Erst Kurfürst Johann Philipp von Walderdorff zog wieder nach Trier, allerdings ohne die Koblenzer Residenz aufzugeben. Er gab 1756 dem Balthasar-Neumann-Schüler Johannes Seiz den Auftrag, den Südflügel des Palastes nach dem Zeitgeschmack des Rokoko um- und auszubauen. Die bildhauerischen Arbeiten übernahm Ferdinand Tietz, der unter anderem in Würzburg unter Balthasar Neumann gearbeitet hatte. Der neue, rosafarbene Südflügel sollte nach beiden Seiten über das bisherige Schloss hinausragen. Zentral wurde ein Mittelrisalit (auf ganzer Höhe hervorspringender Gebäudeteil) errichtet, an beiden Seiten sollten Eckrisalite den langen Flügel weiter untergliedern. Das Vorhaben wurde allerdings nie ganz vollendet: Nach Westen hin wurde der Flügel nur verkürzt – ohne Eckrisalit – ausgeführt und reichte nur bis etwa zur Westmauer, d. h. der alten Basilikamauer. Auch im Innern wurde der rosafarbene Südflügel im Rokokostil ausgearbeitet. Im Obergeschoss wurde zentral (Mittelrisalit) ein Saal eingerichtet, zu dem auf der Westseite des Haupteingangs eine repräsentative Treppe hinaufführt. Die Treppe wurde ebenfalls von Seiz und Tietz ausgeführt. Noch bis 1794 diente das Kurfürstliche Palais den Kurfürsten als Residenz.
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