![]() |
| Ringwall von Otzenhausen, Kelten, Befestigungsanlage, Dollberg, Nonnweiler, Saarland, Hunnenring |
|
|
Ringwall von OtzenhausenDer Ringwall von Otzenhausen ist eine mächtige keltische Befestigungsanlage am Hang des Dollberges bei Otzenhausen, Gemeinde Nonnweiler im nördlichen Saarland nahe der Primstalsperre.
BegriffsbestimmungWie andere vor- oder frühgeschichtliche Befestigungen wurde er vom Volksmund irreführend als Hunnenring bezeichnet. Archäologen datieren jedoch die Entstehung in die La-Tène-Zeit (5.–1. Jh. v. Chr.). Der Begriff ist erst in der Neuzeit entstanden, als man um die Entstehungsgeschichte nichts wusste, das Bauwerk hat dabei nichts mit dem asiatischen Volksstamm zu tun. Die Wallanlage und ihre BedeutungBei dem Ringwall "Hunnenring" handelt es sich um die Überreste einer Befestigung der keltischen Ortschaft („Oppidum“ (lat.: Stadt)) des keltischen Stammes der Treverer. Der Dollberg bei Otzenhausen nimmt unter den spätkeltischen, treverischen Befestigungen eine besondere Stellung ein, da er – anders als andere dieser Anlagen – wohl bereits schon in frühkeltischer Zeit eine Befestigung trug. Aufgrund der beschränkten Siedlungsfläche unter 20 ha war die Zuordnung zu den Oppida lange umstritten. 1836 wurden im benachbarten Ort Schwarzenbach in 2km Entfernung zwei keltische Fürstengräber entdeckt, die wohl die Überreste der Herrscher der Festung beinhalteten. Heute wird der Ort aber als eine der fünf bekannten stadtähnlichen Siedlungen der Treverer geführt. Trotz der beeindruckenden Reste waren die Befestigungsanlagen der Siedlung wahrscheinlich nicht in erster Linie auf Verteidigung sondern eher auf Abgrenzung nach Außen und Repräsentation angelegt. Anders als in älteren Veröffentlichungen behauptet, spielten die treverischen Städte und Befestigungen im Gallischen Krieg keine Rolle und werden im „De Bello Gallico“ von Caesar auch nicht erwähnt. Als mögliche Einkommensquelle der keltischen Einwohner ist Eisenverarbeitung und eventuell auch -verhüttung durch Funde nachgewiesen. Wahrscheinlich verlor der Ort nach der Einrichtung der römischen Provinz seine wirtschaftliche und politische Bedeutung. Ein Heiligtum blieb aber weiter bestehen und in provinzialrömischer Zeit existierte ein Tempel der Diana im Inneren der Anlage. AufbauEin Tor im Westen des Ringwalls erlaubte den Zugang zum inneren Areal. Im Inneren befand sich eine Quelle, die die Wasserversorgung der Bewohner sicherstellen konnte. Das Bauwerk ist auch heute noch beeindruckend, der Wall umfasst bei einer Länge von 2,5 km mehr als 18 ha und erreicht eine Höhe von maximal 10 Metern bei einer Basisbreite des Walls von mehr als 40 Metern. Die damaligen Mauern wurden in der sogenannten „Murus Gallicus“-Technik erbaut, bei der eine Art Fachwerkgerüst aus Holz mit Steinwerk versehen wurde. Diese Form des Festungsbaus bot den Verteidigern einen sehr stabilen Schutz gegenüber Angreifern, die mit Rammen und Schleudern die Burg schleifen wollten. Insbesondere im Nordteil der Anlage, wo die Festung gegenüber dem flachen Gelände stärker geschützt werden musste, war diese Holz-Steinmauer ehemals bis zu 25 m hoch mit einer Basisbreite von damals 25 Metern (!). Auf der Wallkrone befand sich zum Schutz der Verteidiger eine hölzerne Brustwehr oder Palisade. Das Oppidum wurde kampflos geräumt, denn es fanden sich an keiner Stelle Beweise oder Indizien für eine Eroberung oder Zerstörung durch Kampfeinwirkung. Der Aufbau des Hunnenrings ist keilförmig und schmiegt sich an die Topologie des Dollbergs an, auf dem der Ringwall erbaut wurde. Der Hauptbefestigung von ca. 13 ha ist ein Vorwall von ca. 5 ha. vorgelagert. Der Schutz im steilen Gelände im Süden erfolgte durch zwei, in der Dimension kleinere Wallmauern (innerer und Hauptwall sowie Vorwall), da im Steilgelände die Errichtung einer Wallmauer von 25 x 25 m (wie im flacheren Norden) technisch nicht möglich war. GegenwartDie Anlage ist für die Öffentlichkeit ganzjährig zugänglich. Sie ist jedoch nicht behindertengerecht! Drei thematische Informationswege leiten den Besucher über die Festung:
Die Terrex gGmbH führt seit 1999 archäologische Ausgrabungen am und um den Ringwall von Otzenhausen durch.
|






